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Blicke ohne Grenzen

Blicke ohne Grenzen, 3. Auflage

Am 3. Dezember 2014 tagte in den Räumen des CCAM – Scène nationale de Vandoeuvre-lès-Nancy die Jury zur Vergabe des Preises „Regards sans Limites/Blicke ohne Grenzen“. Dieses grenzübergreifende Stipendium wurde 2012 für junge Nachwuchsfotografen in der Großregion Luxemburg, Lothringen, Saarland, Rheinland-Pfalz und Wallonien ins Leben gerufen und wird alle zwei Jahre vergeben. Ziel ist die finanzielle wie organisatorische Förderung eines künstlerischen Projektes, das im Rahmen der Vergabe entwickelt wird. Die Ausschreibung ist außerdem mit einer Wanderausstellung durch die beteiligten Institutionen und der Erstellung eines Kataloges verbunden.
In der Jury tagten Vertreter der Partnerorganisationen, zu denen das CNA – Centre National de L’Audiovisuel für Luxemburg, das CCAM – Scène nationale de Vandoeuvre-lès-Nancy für die Region Lothringen, für das Saarland das Saarländisches Künstlerhaus e.V. in Saarbrücken und für Rheinland-Pfalz das Stadtmuseum Kaiserslautern gehören. 42 Dossiers erreichten die Veranstalter zum dritten Wettbewerb, von denen vier Projekte ausgewählt wurden. Die Preisträger des Jahres 2014 sind das Künstlerkollektiv „Caravane“ sowie die Fotografen Oliver Clément, Amandine Turri Hoelken und Émilie Vialet. Der Auftakt der Wanderausstellung ist die Vernissage im Wadgasserhof des Stadtmuseums Kaiserslautern, wo die Ausstellung am 15. November 2015 um 18:00 Uhr eröffnet wird.

Die Projekte der einzelnen Stipendiaten

Amandine Turri Hoelken (*1986, Saint-Avold) verfolgt bereits seit einiger Zeit ihr Projekt „Zone 54: Auf der Suche nach den Punks mit Hund“. Ihr fotografisches Interesse gilt der heterogenen gesellschaftlichen Gruppierung der Punks. Vorurteilsfrei und behutsam zeichnet sie deren Alltag auf. Die Fotografien zeigen einen sozialdokumentarischen Stil, bei dem die Grenze zwischen Reportage und subjektiver Aufnahme gekonnt verwischt werden.

Das Kollektiv Caravane aus Brüssel ist ein Zusammenschluss verschiedener Fotografen, zu denen u.a. Anthony Anciaux (*1977, Uccle), Anne-Sophie Costenoble (*1967, Courtrai), Laure Geerts (*1978, Oupeye) und Stéphanie Pety de Thozée (*1978, Liège)  gehören. Das gemeinschaftliche Projekt „Légendes, fanfares et démons“ kreist um Legenden und Mythen des wallonischen Brauchtums, die in zum Teil sensiblen, zum Teil extrovertiert farbenfrohen Bildern festgehalten werden.

Émilie Vialet (*1980, Les Ulis) richtet ihr Augenmerk auf die Beziehung des Menschen zur Natur. Aus ungezähmter Wildnis entstand größtenteils überformte, gestaltete Natur. Gleichwohl bleibt ein romantisches Sehnen nach Unberührtheit und Authentizität. Émilie Vialet zeigt in der Serie „The Eternal“ Ansichten künstlicher Landschaften, die genau diesen Widerspruch in sich tragen. Selbst im Nachbau dessen, was als „Wildnis“ gelten soll, manifestiert sich der Wunsch nach Zähmung. Die Aufnahmen zeugen dabei von einer bewusst gesetzten Distanz und nicht-wertender Neutralität.

Oliver Clément (*1978, Saarbrücken) begab sich für seine Arbeit auf Spurensuche in verschiedene Gebiete im Westen Frankreichs, die in den 1960er Jahren einen industriellen Aufschwung erlebten, der von einigen Politikern als „French Texas“ bezeichnet wurde. Cléments konzentrierter Blick richtet sich dabei nicht nur auf architektonische Strukturen als stumme Zeugen einer vergangenen modernistischen Utopie, sondern auch auf visuelle Fragmente und Texturen. Die Bildsprache ist geprägt von kompositorischer Klarheit, in der sich die Dokumentation des Sichtbaren mit einer poetisch-narrativen, zeitlosen Ebene jenseits des Gezeigten verknüpft.

Vernissage

Wann?
15. November 2015, ab 18:00 Uhr

Wo?
Stadtmuseum ǀ Theodor-Zink-Museum ǀ Wadgasserhof ǀ
Wadgasserhof, Steinstraße 55
67657 Kaiserslautern

Ausstellung

16.11.2015–3.1.2016
Eintritt: 4,00 Euro, ermäßigt 2,50 Euro
man's hand throwing his passport folded as a paper airplane over

Nov 10th, 2015 • Autor: UMF • Archiv: Veranstaltungen