Ankäufe und Leihgaben

Versöhnung Friedrich Barbarossas mit Papst Alexander III. in Venedig, 1177

Radierung von Julius Thaeter, 1844, nach dem Karton für ein Wandbild von Julius Schnorr von Carolsfeld in den Kaisersälen der Münchner Residenz (1944 zerstört)

Friedrich von Raumer beschreibt in seiner „Geschichte der Hohenstaufen“ von 1858 die Szene:

„Am 24sten Junius 1177 segelte der Kaiser, mit allen Prälaten, Fürsten und Edeln auf reichgeschmückten Schiffen durch die vorliegenden Inseln nach der Wunderstadt Venedig. Zur Rechten bekränzte die schöne Straße der Slavonier das in langem Bogen sich hinziehende Ufer, zur Linken erschien der große Kanal, auf beiden Seiten mit Kirchen und Palästen prangend. Gerade vor sich erblickte man die Piazetta mit ihren Riesensäulen und dem Palaste des Dogen; weiterhin die prachtvolle Markuskirche, den Markusplatz und den himmelhohen Glockenturm. Der Doge und alle Edeln Venedigs empfingen den Kaiser, sofern sie ihm nicht bereits entgegengesegelt waren, an dem Ufer und führten ihn über die Piazetta zur Markuskirche. Hier warteten seiner der Papst, die Kardinäle, die Geistlichkeit und unzähliges Volk. Sobald er den Papst erblickte, dankte er Gott mit lauter Stimme, dass die heillose Spannung nunmehr verschwinde, beugte sich dann zur Erde und erwies seinem alten Gegner alle nur herkömmliche und gebührende Ehrfurcht.“

Das großformatige Blatt (62 x 64 cm), das als Jahresgabe für die Mitglieder des Münchner Kunstvereins 1844 herausgegeben wurde, gibt eine Vorstellung des zerstörten Wandbildes der Münchner Residenz und wird ein bedeutendes Exponat der Ausstellung „Barbarossa. Historie – Mythos – Marketing“ (ab 26. 06.2010) im Theodor-Zink-Museum sein.

Jun 16th, 2010 • Autor: admin • Archiv: Ankäufe und Leihgaben